Eine GV in Zeiten von Corona

Am letzten Fasnachtsumzug nahmen wir noch Steinen und seine vielfältigen Zügleten auf die Schippe, im Sommer verschoben wir dann unser Open Air Kino an einen neuen Standort. Unser selbst diagnostiziertes Umzugsfieber war eigentlich schon wieder erloschen, wurde dann aber anlässlich der Generalversammlung unplanmässig wieder reaktiviert, weil ein Umzug der GV aufgegleist werden musste – quasi von der Beiz ins Netz.

Eine Vereins-GV läuft doch bei den allermeisten nach Schema F ab. Das ist bei uns nicht anders, sogar das Datum ist immer dasselbe: jeweils am 18. März, dem Vorabend des Josefstag. Das wäre auch heuer so gewesen, hätte unsere Landesregierung nicht zwei Tage vorher – wir alle mögen uns daran erinnern –, den Corona-Lockdown verkündet. Die Entscheidung, die Versammlung stattdessen online abzuhalten, stiess zugegeben nicht bei allen Mitgliedern auf Gegenliebe. Der technikaffine Vorstand testete aber vorgängig ausgiebig und konnte noch am selben Abend grünes Licht für die Durchführung im digitalen Rahmen geben.

Irgendwie anders …

Nun traf man sich also statt im Baumfigurenkabinett in einer Skype-Konferenz. Nach dem virtuellen Apéro, Getränke und Snacks musste natürlich jeder selber organisieren, und dem Begrüssungsschnupf startete die GV mit einigen Regeln. Das Mikrofon bleibt ausser bei Wortmeldungen stumm, das Einschalten der Kamera ist optional und Abstimmungen werden über die entsprechende Funktion durchgeführt. Definitiv für alle Sprecher ungewohnt dürfte die Situation gewesen sein, kein direktes Feedback in Form von Lachern oder Zwischenrufen zu erhalten, sondern dieses stattdessen zeitverzögert in Form von Mimik und Gestik auf dem Bildschirm erahnen zu müssen. Im Gegenzug konnte der Jahresbericht des Präsidenten mit Fotos angereichert werden, ohne dafür einen Beamer und eine Leinwand aufzustellen und der Kassier konnte seine Abrechnung papierlos mit dem Mauszeiger präsentieren.

… und hoffentlich bald wieder normal

Inzwischen sind zwei Monate seit dem Lockdown vergangen und wir haben uns schon fast an die vielen Schaltungen in TV-Sendungen gewöhnt, in welcher Menschen meistens vor einer Bücherwand sitzen. In Zeiten von Home Office sind nun auch Videokonferenzen salonfähig geworden, trotzdem war bei unserem Experiment von Anfang an klar: Wir machen den formellen Teil der GV, weil er gemacht werden sollte, den gemütlichen Teil holen wir dann irgendwann einmal zigfach nach.