Wenn die Tour de France nur Nebensache ist

Der Radsport schreibt immer wieder grosse Geschichten. Aus Schweizer Sicht unvergessen ist die Rivalität zwischen Ferdy Kübler und Hugo Koblet. Oder aus jüngerer Zeit kennt jeder die Duelle zwischen Lance Armstrong und Jan Ullrich. Wenn man die Mitglieder der Gibelchriesner fragt, stellt eine Rivalität alles in den Schatten: Jedes Jahr im Juli ist die Tour de France nur noch eine Nebensache, wenn beim einzigartigen Bergzeitfahren von Steinen in die Gehren in die Pedale getreten wird und alle gespannt abwarten, ob Thomas Marty oder Matthias Büeler die Berg Trophy schneller absolviert.

Am 8. Juli 2018 trafen sich acht Fahrer bei wunderbarem Wetter (kein Wunder in diesem Jahr). Neben dem bereits angesprochenen, gab es noch weitere Duelle: Vater gegen Sohn, ein Bruder-Duell, bester Mountainbiker, … . Zudem stellte sich auch die Frage, ob Reto Grätzer den Aufwärtstrend vom letzten Jahr bestätigen kann und sogar ins Hauptduell eingreifen kann.

Die Startreihenfolge wurde ausgelost und es ging im 2-Minuten-Takt los. Nachdem alle im Ziel waren, wurde heftig diskutiert. Nach einem reichhaltigen Brunch in der Alpwirtschaft Gehren liess Rennleiter Lucas Schnüriger die Katze aus dem Sack. Mit einer Steigerung von fast neuen Minuten gegenüber dem letzten Jahr sicherte sich Stefan Schuler das Duell des besten Mountainbiker gegen Christian Gwerder. So war auch klar, dass Patrick das Bruderduell gegen Christian gewann. Nachdem Reto nach Patrick als Nächster aufgerufen wurde, war auch klar, dass Matthias und Thomas wieder den Sieg der Gibelchriesner unter sich ausmachen. Was bei den gemeinsamen Trainingsfahrten – u.a. auf den berüchtigten Monti di Motti im Tessin – anzusehen war, wiederspiegelte sich auch am Rennen: Thomas Marty konnte zum vierten Mal nacheinander die interne Gibelchriesner-Wertung vor Matthias Büeler entscheiden und schob sich in der Gesamtwertung der Trophy Series wieder auf den ersten Rang. Fast alle Gibelchriesner waren gegenüber dem letzten Jahr vier Minuten langsamer, wobei ein grosser Faktor die diesjährige Hitze war. Schneller als alle Gibelchriesner waren Vater und Sohn Camenzind aus Gersau, wobei sich der Junior Livio (nur sieben Sekunden hinter dem Streckenrekord) vor Senior Röbi durchsetzte.

Rangliste

1. Livio Camenzind 0:42:40  
2. Röbi Camenzind 0:50:35 +7:55
3. Thomas Marty* 0:53:02 +10:22
4. Matthias Büeler* 0:54:12 +11:32
5. Reto Grätzer* 0:54:53 +12:13
6. Patrick Gwerder* 1:00:26 +17:46
7. Stefan Schuler 1:07:31 +24:51
8. Christian Gwerder* 1:15:20 +32:40

* Gibelchriesner

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